Häufige Fragen

1. Worauf basiert die Tinnitustherapie?

Mein Therapieansatz orientiert sich an der S3-Leitlinie zum Thema Tinnitus. Diese Leitlinie ist eine interdisziplinäre Analyse von Studien zur Wirksamkeit  verschiedener Therapieformen. Sie empfiehlt Tinnituscounselling und Tinnitusspezifische Kognitive Verhaltenstherapie. Beides finden Sie als wesentliche Bestandteile in meinem Therapieansatz. Ich erweitere diesen um den Kognitiven Achtsamkeitsbasierten Ansatz. Ich biete hauptsächlich Einzeltherapien an, da ich so die Inhalte und den Umfang der Therapie ganz auf Ihre individuelle Situation und Ihre Bedürfnisse abstimmen kann.

2. Welche Rolle kommt dem Menschen im Bewältigungsprozess zu?

Bewältigung ist ein aktiver Prozess. Aktiv heißt, der Mensch ist selbst Handelnder. Er ist offen für das Angebot, bereit sich einzulassen und neue Erfahrungen zuzulassen. Prozess bedeutet, dass Bewältigung ständig stattfindet und nicht durch einmaliges Aktivsein erreicht wird. Es ist ein Weg, eigene Stärken zu sehen und hervor zu bringen, diese im Prozess der Bewältigung des Tinnitus und darüber hinaus zu nutzen. Bewältigung bedeutet immer auch persönliches Wachsen.

3. Wie lange dauert es, bis es mir besser geht?

Das ist individuell sehr verschieden. In der Regel profitieren Menschen mit hohem Leidensdruck sehr schnell von dem Angebot. Sie erleben, dass Intensität und Dauer des Tinnitus nicht gleich bleibend, sondern durch einfache Strategien veränderbar sind. Die Ohrgeräusche können in den Hintergrund treten. Ziel ist es, dass sie keinen Krankheitswert besitzen und nicht mehr als störend empfunden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, lernen Sie in den einzelnen Therapiesitzungen die wichtigsten Strategien dazu kennen. Sie sind als Handwerkszeug für Ihren Alltag zu betrachten. Das heißt, sie wollen über die Therapie hinaus in den Alltag mitgenommen und Bestandteil dessen werden, um langfristig wirkungsvoll zu sein.

4. Gibt es organische Ursachen für die Entstehung von Tinnitus?

Ja. Tinnitus kann beispielsweise bei Erkrankungen des Ohres bzw. des Hörsystems, bei Stoffwechselstörungen, funktionellen Beeinträchtigungen des Kieferbewegungsapparates oder der Halswirbelsäule als Symptom auftreten. Um zugrunde liegende organische Ursachen auszuschließen, steht bei akut auftretendem Tinnitus die medizinische Diagnostik durch HNO-Fachärzte und ggf. weitere medizinische Abklärung durch andere Fachärzte im Vordergrund. Ist die organische Ursache des Ohrgeräusches bekannt, wird diese Ursache medizinisch behandelt. Ist die Behandlung von Erfolg, verschwindet im Idealfall auch das begleitende Symptom Tinnitus. Eine alleinige Ursache liegt dem Symptom Tinnitus selten zugrunde. Entsprechend dem wissenschaftlichen Erkenntnissstand wird heute davon ausgegangen, dass mehrere Ursachen zur Entstehung und Aufrechterhaltung des Tinnitus beitragen. Therapeutisch wird diesem multikausalen Entstehungsansatz mit verschiedenen Therapiemodulen begegnet. Und das mit Erfolg.

5. Wann spricht man von akutem, wann von chronischem Tinnitus?

Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (ADANO-Leitlinie) wird Tinnitus nach seinem Zeitverlauf  in akut und chronisch unterteilt. Akuter Tinnitus besteht bis zu drei Monaten, chronischer länger als drei Monate. In der Akutphase steht die medizinische Diagnostik und medikamentöse Therapie im Vordergrund, in der chronischen Phase sind es Maßnahmen zur Tinnitusbewältigung mit dem Ziel der Habituation. Eine eingehende Beratung (Counselling) ist aber bereits in der Akutphase sehr sinnvoll, um eine Chronifizierung und mögliche Folgeerkrankungen abzuwenden.

6. Was bedeutet Habituation des Tinnitus?

Habituation im Zusammenhang mit Tinnitusbewältigung bedeutet eine Abschwächung der Reaktion des Organismus auf das Reizsignal Tinnitus und die passive Auslöschung der Wahrnehmung des Ohrgeräusches. Habituation ist mehr als nur eine Gewöhnung an das Ohrgeräusch. Durch Lernprozesse, die sogenannte kognitive Umstrukturierung, wird eine Abnahme der Tinnitusbelästigung erreicht.

 

7. Was bedeutet objektiver, was subjektiver Tinnitus?

Der objektive Tinnitus ist sehr selten. Er kann mittels Messinstrumenten hörbar gemacht werden. Ihm liegt eine körpereigene physikalische Schallquelle im Ohr oder nahe des Ohres zugrunde, die Schall aussendet. Ursache dafür sind muskuläre oder gefäßbedingte Besonderheiten. Der objektive Tinnitus ist meist chirurgisch behandelbar. Subjektiver Tinnitus kann für andere nicht hörbar gemacht werden, da ihm keine physikalische Schallquelle zugrunde liegt. Er wird ausschließlich von der betroffenen Person wahrgenommen. Das heißt aber keineswegs, dass die Geräusche eingebildet sind. Beim subjektiven Tinnitus handelt es sich um eine fehlerhafte Informationsverarbeitung im Hörsystem, die bei der betroffenen Person Ohrgeräusche verursacht, die individuell sehr verschieden hinsichtlich Lautheit, Tonhöhe und Geräuschart wahrgenommen werden. Wenn allgemein von Tinnitus die Rede ist, ist der subjektive Tinnitus gemeint.

8. Ist das Angebot seriös?

Ja. Dieser ganzheitliche Ansatz berücksichtigt den aktuellen Stand der Forschung und folgt der S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus 2015 der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Der Ansatz ist heute ein gängiges Konzept in der ambulanten und stationären Rehabilitation von Menschen mit chronischem Tinnitus. Als Rehabilitationspädagogin biete ich eine Therapie an, die die Ganzheitlichkeit des Geschehens Tinnitus berücksichtigt. Daher ist auch eine offene Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Hörgeräteakustikern selbstverständlich.

9. Wer bezahlt die Tinnitustherapie?

Der komplexe chronische Tinnitus ist als psychosomatisches Geschehen in der Geschichte medizinischer Behandlungen noch sehr jung. Gab es bislang ausschließlich stationäre Behandlungen in Form von Rehabilitationsaufenthalten, entwickeln sich allmählich ambulante Angebote. Aufgrund der hohen Anzahl von Menschen, die unter chronischem Tinnitus leiden, gibt es auch vermehrt universitäre Forschung zu den Behandlungsansätzen. Bislang bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen das ambulante Angebot zur Tinnitusbewältigung aber noch nicht. Daher richtet sich mein Angebot an Selbstzahler. Gesetzlich krankenversicherte Personen mit Zusatzversicherung für Heilpraktikerleistungen und privat Krankenversicherte können vorab eine Kostenübernahme mit ihrer Krankenkasse klären. Ich unterstütze Sie gern dabei.